Freitag, 15. Januar 2010

Durchlauferhitzer

Es sollte ein Test werden, und - um es vorweg zu nehmen - er war erfolgreich.
Ziel war im GA-Bereich 2 Stunden auf der Rolle zu fahren.
Mein bisheriges Training ging bis 1,25 h, allerdings nicht nur in der Grundausdauer, sondern auch in der Kraftausdauer.

Also wurden das Notebook für Videos und zwei Flaschen Wasser bereitgestellt und es konnte losgehen.
Nach einem kurzen Einrollen ging es in die angepeilten Bereiche. Trittfrequenz, Herzfrequenz, Geschwindigkeit - alles im grünen Bereich.

Die Videos helfen über die Zeit. Auf diese Weise kann ich endlich die gesammelten Aufzeichnungen "abarbeiten". An der "Schallmauer" bei 1,25 h war noch überhaupt nicht zu merken. Naja - nicht ganz. Durst hatte ich schon, die erste Flasche war schon leer. Und es ging munter 5 km-weise weiter; die Auto-Runde meines 310XT ist auf 5 km eingestellt. Auch die zweite Wasserflasche wird zusehends leerer, aber ich nähere mich auch dem anvisierten Zeitziel. Der Schweiß fließt dabei recht munter. Ich habe das Gefühl, dass das, was ich trinke gleich wieder ausgeschwitzt wird.

Mit der Zeit meldet sich mein Sitzfleisch. Durch Positionswechsel auf dem Sattel versuche ich der Lage Herr zu werden bzw. zu bleiben. Es gelingt, jedoch bin ich froh, absteigen zu können. Wie habe ich das eigentlich bei der OD in Regensburg ausgehalten? Irgendwie ist dazu keine Erinnerung vorhanden.

Abgesehen von der Sitzthematik sind die 2 h problemlos geschafft. Auch habe ich es dabei geschafft, die Luftfeuchtigkeit in unserem Kellerzimmer von 50 auf 70% anzuheben.

Das Gefühl nach dieser Einheit war nahezu euphorisch. Irgendwas hat die Flasche mit den Glückshormonen aufgemacht.

Auch heute - am Tag danach - sind keinerlei Probleme mit der Muskulatur zu bemerken.

Fazit: Meine Beine halten schon länger durch als der Po. Den Sattel muss ich noch weiter "einreiten" oder vielleicht austauschen.

Sonntag, 10. Januar 2010

Flüssiges Wasser

Nachdem der Schnee draussen reichlich liegt und die Kinder langsam den gröbsten Nachholbedarf gedeckt haben, kam der Wunsch auf, mal wieder in ein Bad zu gehen. Was bietet sich besser an, als das in der Nähe gelegene Spaßbad, das auch über ein Sportschwimmbecken verfügt? Ist zwar nur 25m lang, aber immerhin ist das Wasser kühl genug.
Gesagt - getan. Während sich die Familie sofort in die warmen Quellen stürzt, gönne ich mir 20 dieser kurzen Bahnen. Danach war aber auch für Papi Spaß angesagt.


Schnee

Heute morgen waren 12 verschneite Kilometer angesagt. Das erste Stückchen ging ganz gut, denn die Wege waren am Vortag geräumt und die Neuauflage relativ gering. Spannend wurde es dann in der Talquerung: Der Weg war nicht mehr zu erkennen. Eigentlich mußte man ihn ertasten. Wenn der Untergrund weich wurde, war man abseits des Weges. Das Spielchen ging ca. 2 km. Die nachfolgende Steigung war kein Problem, einfach nur den Hasenspuren folgen. Über die Kanalbrücke und dann der Kanalweg.
Der Untergrund am Kanalweg war eine konturlose weiße Fläche. Die Brille mit den gelbe Scheiben erhöht ja normalerweise den Kontrast, aber hier war nichts zu machen. Immerhin war die Landschaft und das Kanalufer zu erkennen, sonst hätte ich gesagt, es wäre "white out". Das Laufen auf dem Weg geriet zum Abenteuer. Füße hochheben, versuchen horizontal aufzusetzen, warten und überraschen lassen ... In welche Richtung, in welches Loch wird der Fuß rutschen? Ab und an eine Portion Schnee in den Schuh. Kühlung für die malträtierten Bänder?
Ein Blick auf die Uhr zeigt ein Tempo an, dass ich noch nie bewußt gelaufen bin: 7:30 bis 8:00 min/km. Ich bleibe aber konsequent im geplanten HF-Bereich, egal wie langsam ich werde.
Langsam kommt die Zivilistation wieder in Sicht und es wird ein harter Übergang: Vom dämpfenden Schnee auf frisch geräumte Asphaltwege. Jetzt weiß ich warum die Ami's das Joggen als schädigend eingestuft haben. Denn die Laufbänder, mit denen die getestet haben sind auch so hart. Nach kurzer Zeit funktioniert meine Dämpfung aber wieder und es geht nach Hause ...
Langsamkeitsrekord für diese Strecke mit 1,5 h, Schneehöhenrekord mit ca 15 cm. Schön war's durch den frischen Schnee zu spuren, deswegen stehe ich gerne früh auf.

Samstag, 9. Januar 2010

Winter

Endlich sind die Feiertage vorbei. Wobei es eigentlich schade ist, denn man kann sich schon an die kurzen Wochen gewöhnen. Um die angefuttertern Reserven nutzbringend umzusetzen ging es heute morgen in die frisch verschneite Winterlandschaft. Tief Daisy hat uns über Nacht 15 cm Neuschnee beschert, so dass die Fahrerei mit dem Mountainbike schon eher zur Eierei wurde.
In der Stadt, auf befestigten Wegen, ging es gerade noch. Spannend wurde es dann außerhalb. Das Einstigeskriterium, meine heißgeliebte Steigung, bin ich heute nur zu 1/3 hinausfgekommen. Dann ging nichts mehr und Laufen war angesagt. Oben am Kanalweg angekommen ging es noch ein Stückchen sehr schön voran, dann kam aber der nicht präparierte Weg.
Neuschnee auf Altschnee. Versteckte Vertiefungen. Das Vorderad driftet nach rechts während das Hinterrad meint, nach links schieben zu müssen. Nur 2,5 m bis zur Wasser-kante. Da möchte ich wirklich nicht hineinfallen. Nicht nur wegen der Kälte, sondern auch wegen der Eisschollen.
Geduldig arbeite ich mich durch den Schnee, als mir ein Pärchen entgegen kommt. Er fährt Rad, Sie joggt. Ok, Laufen steht morgen auf meinem Programm. Wir nicken uns freundlich zu und schon konzentriert sich jeder wieder auf seinen Weg.
Ein Stückchen weiter begegenet mir ein Langläufer. Ob er derjenige ist, dessen Spur ich dauernd kreuze? Ein paar Kilometer weiter tollt ein riesiger, wuschelfelliger Hund durch den Schnee. Komm mir nur nicht zu nahe, nicht, dass ich auf dich drauf falle. Insgeheim beneide ich ihn um seine vier Beine.
Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich fast schon eine halbe Stunde überfällig bin. Meine Mädels warten schon ungeduldig auf die Brötchen. Aber es geht einfach nicht schneller voran. Ein Blick auf den Garmin verrät mir, dass meine Herzfrequenz längst nicht mehr im GA-Bereich liegt.
Zuhause angekommen wird mir natürlich sofort meine Verspätung angekreidet. Nachmachen sollten sie es, diese Langschläfer. Der Nachmittag ist der Familie gewidmet.